DEKRA Energiemanagementsystem-Check (EnMS) und Spitzenausgleich (SpaEfV)

A

Abhitzekessel

Ein Abhitzekessel (Abhitzedampferzeuger) ist ein Dampfkessel, der das heiße Abgas aus einem vorgeschalteten Prozess zur Dampferzeugung z.B. BHKW oder Gasturbine nutzt. Auf diese Weise wird die Abwärme des Prozesses, die sonst ungenutzt in die Atmosphäre verloren ginge, zurückgewonnen und es verbessert sich der energetische Wirkungsgrad der Anlage.

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Abwärme

Abwärme entsteht, wenn bei der Energieerzeugung oder in einem Produktionsprozess Wärme freigesetzt wird. Sie ist ein Energieverlust im Prozess, der abhängig vom Temperaturniveau der Abwärme, durch Wärmerückgewinnung wieder genutzt werden kann.

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Anwendungsbereich

Umfang der Aktivitäten, Anlagen/Standorte und Entscheidungen, welche die
Organisation durch ein EnMS erfasst, welches mehrere Grenzen umfassen kann
ANMERKUNG: Der Anwendungsbereich kann Energie bezüglich Transport
einschließen.
(DIN EN ISO 50001)

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Arbeitspreis

Auch als Energiepreis bezeichnet, beinhaltet der Arbeitspreis die verbrauchgebundenen Kosten für Brennstoff, Wartung und Unterhalt. 

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Aufzeichnung

Dokument, das erreichte Ergebnisse angibt oder einen Nachweis ausgeführter
Tätigkeiten bereitstellt
ANMERKUNG: Aufzeichnungen können beispielsweise angewendet werden zur
Darlegung von Rückverfolgbarkeit und zum Nachweis von Verifizierung, Vorbeugungsmaßnahmen und Korrekturmaßnahmen.
(DIN EN ISO 50001)

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B

Baseline

Referenzwert zur Bestimmung der eingesparten Energiekosten in den Folgejahren nach Wirksamwerden der Investition durch den Contractor. Es wird zunächst angenommen, dass keine Maßnahmen zur rationellen Energienutzung getroffen werden und die Energiekosten (Produkt aus der verbrauchten Energiemenge und den Energiepreisen) konstant bleiben (schwarze Linie in der Abb.).

Baseline als Referenzwert für die Bestimmung der eingesparten Energiekosten nach Wirksamwerden der Investition.
Energiespar-Contracting

Quelle: Energiespar-Contracting als Beitrag zum Klimaschutz – Ratgeber für Energiespar-Contracting in öffentlichen Liegenschaften. Hrsg.: Umwelt-Bundesamt

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Betriebsführungsmodell

Beim Betriebsführungsmodell bleibt der Hauseigentümer auch Eigentümer der Wärmeerzeugungsanlage. Der Contractor übenimmt als Wärmelieferant den Betrieb, die Wartung und Instandhaltung der Anlage. Die Abrechnung der gelieferten Wärme kann genauso erfolgen wie beim Eigentümermodell.

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Betriebsrisiken

(s. auch Fertigstellungsrisiken und Planungsrisiken)

  • technische Überalterung der Anlagenkonzeption
  • technische Funktionsstörungen mit Lieferunterbrechungen
  • Fehlbedienung bzw. nicht optimale Fahrweise der Anlage
  • frühzeitiger Verschleiß

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Bezugsbasis

Für die Ermittlung von Energieleistungskennzahlen ist es wichtig, die richtige Bezugsbasis zu wählen. Die Bezugsbasis von Energieleistungskennzahlen soll den mit dem Energieeinsatz erzielten Nutzen anzeigen und in Verbindung bringen. Die Bezugsbasis muss individuell für eine Branche oder Unternehmen angepasst werden. Aus den verschiedenen Bezugsbasen ergeben sich verschiedene Energieleistungskennzahlen. Allgemeine Energieleistungskennzahlen, wie z. B. Energieverbrauch pro Umsatz, können in allen Branchen benutzt werden. Branchenspezifische Energieleistungskennzahlen, wie z. B. Energieverbrauch pro produzierter Einheit, sind nur innerhalb einer Branche vergleichbar. (Kaiser und Starzer)

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Beleuchtung

Die Beleuchtung bezeichnet eine optische Ausleuchtung und Erhellung eines Raumes oder Objektes mit Kunstlicht. Innovative Leuchttechnik spart schnell und effektiv Energie ein, schützt die Umwelt und sorgt für eine hohe Beleuchtungsqualität.

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BDI

Bundesverband der Deutschen Industrie

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Biomasse

Biomasse ist chemisch gespeicherte Sonnenenergie. Sie entsteht durch Photosynthese. Im Prozess der Photosynthese wird mit Hilfe von Sonnenlicht Kohlenwasserstoff aus Wasserstoff und Kohlendioxyd erzeugt. Wird Biomasse verbrannt, entsteht aus den Kohlenwasserstoffen wieder die gleiche Menge Wasser und Kohlendioxyd. Biomasse ist heute die viertgrösste Energiequelle der Welt und macht etwa 14 % des weltweiten Energiebedarfs aus. Biomasse wird aus organischen Reststoffen und Energiepflanzen gewonnen. Zu den organischen Reststoffen gehören Reste und Abfallstoffe aus der Landwirtschaft, der Holz- und Forstwirtschaft, aus Haus und Gewerbe und aus Klärschlamm. Zu den Energiepflanzen gehören stärke- und zuckerhaltige Pflanzen, welche eigens zur Energiegewinnung angepflanzt werden. Über thermochemische, chemische und biochemische Umwandlungsprozesse kann aus diesen Stoffen Energie gewonnen werden. Ein Beispiel ist die Verbrennung von Holz zur Gewinnung von Wärme. Biomasse ist eine sehr vielseitige Energiequelle, da sie Elektrizität, Wärme sowie Brennstoffe produzieren kann. Zudem ist Biomasse speicherbar und transportierbar, so dass sie keinen jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt.

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Blockheizkraftwerk (BHKW)

Ein BHKW ist eine Anlage zur gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Der ökonomische und damit auch ökologische Grundgedanke liegt darin, die Stromerzeugung als Nebenprodukt der unumgänglichen notwendigen Wärmeerzeugung für einen Heiz- oder Kühlprozess zu betrachten. Dabei treibt ein Verbrennungsmotor einen Generator an, der Strom erzeugt und vor Ort verbraucht oder ins Stromnetz eingespeist. Blockheizkraftwerke werden entweder mit Gas, Öl oder Holz (Holzvergasung), aber auch mit Raps-Methyl-Ester (RME) betrieben.
Der hohe Wirkungsgrad eines Blockheizkraftwerks macht beträchtliche Energieeinsparungen möglich.

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Brennstoffzelle

Eine Apparatur zur Umwandlung chemischer Energie in elektrische Energie, analog zur Batterie. Im Unterschied zu Batterien liegen hier die chemischen Energieträger gasförmig vor. In der klassischen Brennstoffzelle sind dies Wasserstoff und Sauerstoff. Wasserstoff wird mit Sauerstoff oxidiert, wobei elektrischer Strom freigesetzt wird und Wasser entsteht. Damit können Brennstoffzellen kontinuierlich chemische Energie in elektrischen Strom umwandeln, ganz im Gegensatz zu Batterien.

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Brennwertkessel

Ein Brennwertkessel ist ein Heizkessel für Warmwasserheizungen. Dieser nutzt den Energieinhalt des eingesetzten Brennstoffes nahezu vollständig aus. Sie unterscheiden sich von herkömmlichen Heizkesseln dadurch, dass sie die Kondensationswärme (= latente Wärme) des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes (und in geringerem Maße sonstige Dämpfe) zur Wärmebereitstellung nutzen. Brennwertkessel werden bevorzugt mit Erdgas befeuert, aber auch mit Heizöl.

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Brennwert

Der Brennwert gibt an, wie viel Wärme bei vollständiger Verbrennung des Brennstoffs frei wird – einschließlich der Wärme, die im Wasserdampf der Abgase als Verdampfungs- bzw. Kondensationswärme gebunden ist.Der Brennwert gibt an, wie viel Wärme bei vollständiger Verbrennung des Brennstoffs frei wird – einschließlich der Wärme, die im Wasserdampf der Abgase als Verdampfungs- bzw. Kondensationswärme gebunden ist.

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Brauchwasser

Brauchwasser kann Trink- oder Betriebswasser sein. Letztgenanntes unterliegt nicht den Qualitätskriterien für Trinkwasser, z. B. Brunnenwasser, Niederschlagswasser. Brauchwarmwasser hat dagegen Trinkwasserqualität.

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C

Carbon Footprint

„Der Product Carbon Footprint bezeichnet die Bilanz der Treibhausgasemissionen entlang des gesamten Lebenszyklus eines Produkts in einer definierten Anwendung und bezogen auf eine definierte Nutzeinheit.“ (ISO 14067)

Das Produkt wird dabei über den gesamten Lebenszyklus von der Herstellung bis zur Entsorgung betrachtet und beinhaltet damit alle auftretenden Treibhausgase. Der Produkt-Carbon-Footprint soll Betrieben helfen, besonders emissionsintensive Phasen und Prozesse in ihrer Wertschöpfungskette zu erkennen, die sich auch in vor- und nachgelagerten Prozessen befinden. Hiermit können dann Potenziale erkannt werden, wie Emissionen und der Energieverbrauch reduziert werden können. (BDI)

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Contracting

Bezeichnet die Planung, Durchführung, Finanzierung und das Betreiben von Energieerzeugungsanlagen oder von Energiesparmaßnahmen durch Dritte. Das wirtschaftliche Risiko liegt bei diesem Dritten, der Kunde nimmt keine Investitionen vor. Die Maßnahmen refinanzieren sich über die erzeugte bzw. eingesparte Energie.

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Contracting-Modell

Vertragstechnisches Konzept und Leistungsumfang eines Anlagen-Contractings oder eines Einspar-Contractings.

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Contractingnehmer

ist der Auftraggeber (Gebäudeeigentümer), der mit Nutzenergie zu versorgenden Liegenschaft.

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Contracting-Rate

Im Fall des Energieeinspar-Contractings zahlt der Auftraggeber über den Vertragszeitraum einen Teil oder auch die volle Höhe der erzielten Energiekosteneinsparung als Contracting-Rate an den Contractor zur Amortisation seiner Aufwendungen.

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D

Dampfkessel

Ein Dampfkessel ist ein geschlossenes beheiztes Gefäß oder ein Druckrohrsystem, das dem Zweck dient, Wasserdampf oder Heißwasser mit Temperaturen oberhalb von 100 °C für Heiz- und Betriebszwecke zu erzeugen. Wird der Dampfkessel zur Erzeugung von Dampf genutzt, dann spricht man von einem Dampferzeuger. In Abhängigkeit von der Dampfnutzung wird in einem Dampfkessel Sattdampf oder Heißdampf erzeugt.

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Dena

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) ist das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und intelligente Energiesysteme.

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Dezentrale Stromerzeugung

Bei einer dezentralen Stromerzeugung wird elektrische Energie verbrauchernah erzeugt, z. B. innerhalb oder in der Nähe von Wohngebieten und Industrieanlagen mittels Kleinkraftwerken. Die Leistungsfähigkeit der Stromerzeugungsanlagen ist in der Regel nur auf die Deckung des Energiebedarfs des unmittelbaren oder in der näheren Umgebung angeschlossenen Stromverbrauchers ausgelegt

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DIN

Deutsches Institut für Normung

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Druckluft

Druckluft, bezeichnet komprimierte Luft die mechanisch erzeugt wird. Sie dient als Energieträger, beispielsweise zum Antrieb von Anlagen und Maschinen.

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E

Eigentümermodell

Beim Eigentümermodell (auch Anlagencontracting genannt) ist der Contractor  Eigentümer der Energieerzeugungsanlage, jedoch nicht des Gebäudes. Je nach Vertragsumfang planen, errichten, betreiben und finanzieren sie in eigener unternehmerischer Verantwortung die Energieerzeugungs-anlage des Gebäudeeigentümers. Die Bedingungen werden in Energielieferungsverträgen festgeschrieben, die für jedes Objekt individuell ausgearbeitet werden. Bis zum Ende der Lebensdauer der Anlage beziehungsweise einer vertraglich vereinbarten Laufzeit bleibt die Anlage im Eigentum des Contractors. Die gelieferte Wärme rechnen sie dann mit dem Hauseigentümer ab.

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Emission

Emissionen sind die von Anlagen, Gebäudeheizungen oder Kraftfahrzeugen ausgehenden Luftverunreinigungen. Sie verteilen sich in der Atmosphäre mit dem Wind (Transmission) um dann als Immissionen auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Sachgüter und die Umweltmedien Boden und Wasser einzuwirken.
Emission = Ex-Mission = was aus Schornsteinen etc. hinausgeschickt wird;
Immission = In-Mission = was insgesamt in die Atmosphäre gelangt (Summe der Emissionen) und auf Menschen etc. einwirkt.

Emissionen sind von Anlagen ausgehende Luftverunreinigungen

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Energieeinspar-Contracting

Energieeinspar-Contracting ist ein Modell zur Energieeffizienzsteigerung, welches auf die Verringerung des Energiebedarfs abzielt. In Abstimmung mit dem Kunden legt der Contractor Energieeinsparmaßnahmen fest und finanziert sie vor. Die Rückzahlung der Leistungen erfolgt aus den erzielten Energieeinsparungen. Das Modell ermöglicht große Einsparungen, auch ohne zusätzliche Investitionen. Es wird gerne bei kommunalen Liegenschaften angewendet.

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EN

EN

Europäische Norm

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Energetische Ausgangsbasis

Quantitative(r) Referenzpunkt(e) als Basis für einen Vergleich der energiebezogenen Leistung.

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Energetische Bewertung

Feststellung des Status der energiebezogenen Leistung einer Organisation, basierend auf Daten oder anderen Informationen, die zur Identifizierung von Möglichkeiten zur Verbesserung führen.

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Energie

Das Wort „Energie“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Arbeit“. (E. Müller: Energieeffiziente Fabriken planen und betreiben). Energie wird definiert als: „… die Fähigkeit eines Systems, Arbeit zu verrichten.“ (E. Müller: Energieeffiziente Fabriken planen und betreiben). Die wichtigste Eigenschaft der Energie ist, dass sie zwar in den unterschiedlichsten Formen auftreten und zwischen diesen auch umgewandelt werden kann, aber dabei immer erhalten bleibt. Das bedeutet auch, dass Energie niemals erzeugt oder vernichtet werden kann. (VDI 4661) Energie kann als mechanische, thermische, elektrische, magnetische oder chemische Energie sowie als Kern- und Strahlungsenergie auftreten.

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Energiebedarf

Der zur Erfüllung eines bestimmten Zwecks erwartete Energieaufwand.

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Energiebezogene Leistung

Messbare Ergebnisse bezüglich Energieeffizienz, Energieeinsatz und Energieverbrauch.

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Energiebilanz

Energiebilanzen für technische Systeme sind eine Gegenüberstellung der Energiemengen innerhalb einer bestimmten Zeitspanne bei stationärem oder nicht stationärem Betrieb. Es werden in ein System eintretende sowie austretende Energieströme dargestellt. Eine Energiebilanz besteht dabei immer aus drei Vorgängen: der Speicherung, der Übertragung/Transport über die Systemgrenze und der Wandlung. Mit Hilfe von Energiebilanzen (Gegenüberstellung der Energieeingaben und -ausgaben der Fabrik) lassen sich die Energieflüsse in Unternehmen analysieren und kontrollieren. Energiebilanzen können damit als wirkungsvolles Analyseinstrument beim Planen und Betreiben energieeffizienter Unternehmen eingesetzt werden.

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Energiedienstleistung

Das Augenmerk einer Energiedienstleistung liegt auf dem Nutzeffekt, wie dem Beheizen eines Gebäudes und nicht auf der Lieferung der Energieträger wie Erdgas oder Strom.

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Energieeffizienz

Die Energieeffizienz ist ein Maß für den Energieaufwand zur Erreichung eines festgelegten Nutzens. Im Gegensatz zum Wirkungsgrad bedarf der Nutzen hier keiner energetischen Definition. Ein Vorgang ist dann effizient, wenn ein bestimmter Nutzen mit minimalem Energieaufwand erreicht wird. Dies entspricht dem ökonomischen Prinzip (namentlich dem Minimalprinzip). Eine Steigerung der Energieeffizienz führt in einer Volkswirtschaft meist zu einer Energieeinsparung

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Energieleistungskennzahl (EnPI)

Quantitativer Wert oder Messgröße für die energiebezogenen Leistung, wie von der Organisation definiert.

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Energieliefer-Contracting

Ist die häufigste angewandte Contracting-Variante und das vertragstechnisch und vertragsrechtlich einfachste Modell:

  • Der Kunde erhält während der Vertragslaufzeit zu einem vereinbarten Preis Wärme und/oder Dampf und/oder Kälte und/oder Strom.
  • Der Contractor übernimmt neben dem Entwicklungs- und Planungsaufwand für die Errichtung der Energiezentrale auch die Finanzierung, den Betrieb, die Verwaltung, die Wartung, die Reparaturen und den Notdienst.

Energieliefer-Contracting ist dann besonders gut geeignet, wenn für die vorhandene Energieversorgungsanlage akuter Sanierungsbedarf besteht. Der Contractor plant eine moderne, energieeffiziente und gut geplante Energieversorgungsanlage – beispielsweise eine neue Heizung.

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Energiemanagement

Methode zur Minimierung der Energiekosten durch Energiebuchhaltung, Schwachstellenanalyse und Optimierungsmaßnahmen.

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Energiemanagementsystem (EnMS)

Die internationale Norm DIN EN ISO 50001:2011 ist am 25. Oktober 2011 von der European Comité Européen de Normalisation (CEN) angenommen worden. Sie beschreibt die Anforderungen an ein Managementsystem, welches die ständige Verbesserung der sogenannten „energiebezogenen Leistung“ und die kontinuierliche Realisierung von bestehenden Energieeinsparpotenzialen des Unternehmens zum Ziel hat.

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Energiemanagement-Team

Eine oder mehrere Personen, die für die wirksame Einführung des Energiemanagementsystems sowie für die Erzielung von Verbesserungen der energiebezogenen Leistung verantwortlich sind.

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Energiepolitik

Formale Verlautbarung des Top-Managements bezüglich der Aussage von der Organisation zu den übergeordneten Absichten und der Richtung der Organisation hinsichtlich ihrer energiebezogenen Leistung.

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Energieträger

Stoffe und physikalische Erscheinungsformen der Energie, aus denen direkt oder durch eine oder mehrere Umwandlungen Nutzenergie gewonnen werden kann.

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Energieverbrauch

Die für die Deckung von Energiebedarf verbrauchte Menge an Energie in der jeweilig eingesetzten Form.

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Energiewende

Als Energiewende wird die Realisierung einer Nachhaltigen Energieversorgung in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität mit Erneuerbaren Energien bezeichnet.

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Energieziel (operativ)

Detaillierte und quantifizierbare Anforderung an die energiebezogene Leistung, die Gültigkeit für die Organisation oder Teile hiervon besitzt, sich aus den strategischen Energiezielen ergibt und welche zur Erreichung der strategischen Ziele festgelegt und erreicht werden muss

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Energieziel (strategisch)

Festgelegtes Ergebnis bzw. zu erreichende Leistung, entsprechend der Energiepolitik der Organisation in Bezug auf eine verbesserte energiebezogene Leistung.

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Endenergie

Endenergie ist der nach Energiewandlungs- und Übertragungsverlusten übrig gebliebene Teil der Primärenergie, die den Hausanschluss des Verbrauchers passiert hat. Endenergie kann als Primärenergieträger vorliegen (z. B. Erdgas) oder in eine sekundäre Energieform umgewandelt worden sein (z. B. Strom).

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Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG)

Das EEG regelt die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen und garantiert feste Einspeisevergütungen. Dies können vollprivilegierte Unternehmen in Anspruch nehmen, wenn ihr Strombezug im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr an einer Abnahmestelle mindestens 100 GWh betrug sowie das Verhältnis von Stromkosten zu Bruttowertschöpfung größer als 20 % ist. Es können jedoch auch Unternehmen ab einem Stromverbrauch von 1 GWh sowie mit einem Anteil der Stromkosten in Höhe von 14 % an der Bruttowertschöpfung teilbegünstigt werden. Hierfür wurde ein Stufensystem eingeführt. Dabei zahlen die Unternehmen mit einem Stromverbrauch zwischen 1 und 100 GWh einen Teil der EEG-Umlage. Für die erste GWh wird die volle EEG-Umlage (2012: 3,59 ct/kWh) fällig, von 1-10 GWh müssen 10 % der Umlage (0,359 ct/kWh) gezahlt werden, von 10-100 GWh sind 1 % der Umlage (0,0359 ct/kWh) fällig und über 100 Gigawattstunden 0,05 ct/kWh. Ab 2013 müssen Betriebe mit mehr als 10 GWh eine Zertifizierung nach EMAS, DIN EN 16001 oder ISO 50001 vorweisen. (Krakowa und Jenrich)

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F

Fernwärme

Als Fernwärme ist die Wärmelieferung für Gebäude dann anzusehen, wenn sie nicht vom Gebäudeeigentümer, sondern von einem Dritten erfolgt und dieser die Wärmelieferung nach den Vorschriften der Verordnung über die allgemeinen Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme (AVBFernwärmeV) vornimmt. Damit sind sowohl die herkömmlichen Fernwärmeversorgungsunternehmen erfasst wie auch diejenigen Unternehmen, die es übernommen haben, die Heizanlage des Gebäudeeigentümers für diesen im eigenen Namen und für eigene Rechnung zu betreiben. (s. amtl. Begründung zu §1 HeizkostenV / Bundesratsdrucksache 632/80, S.17)
Fernwärme als zentrale, leitungsgebundene Wärmeversorgung kann aus Heizwerken gewonnen werden, aus Abwärme von Industrieanlagen oder aus Heizkraftwerken, gemeinsam mit Strom auf der Basis von Kraft-Wärme-Kopplung Fernwärme aus Heizkraftwerken oder aus Abwärme spart Energie und ist umweltfreundlich.

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Fertigstellungsrisiken

(s. auch Betriebsrisiken und Planungsrisiken)

  • mangelhafte Bauausführung
  • bauliche Terminverzögerungen

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G

Garantie-Einsparung

Der Contractor haftet für die vertraglich zugesicherte Energiekosteneinsparung, d. h. er wird bei Nichterreichung der garantierten Kosteneinsparung vom Auftraggeber entsprechend dem geringen Umfang seiner Leistungen vergütet.

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Grenzen

Physikalische oder räumliche und/oder organisatorische Abgrenzungen,
entsprechend der Festlegungen durch die Organisation.
BEISPIEL: Ein Prozess; eine Gesamtheit von Prozessen; ein Standort;
eine gesamte Organisation; mehrere Standorte unter der Kontrolle einer Organisation (DIN EN ISO 50001)

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Grundpreis

Auch als Leistungspreis bezeichnet, beinhaltet die betriebsunabhängigen Fixkosten für Betrieb und Unterhalt, Instandhaltung und Ersatzinvestitionen.

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Grundlast

bezeichnet die Belastung eines Stromnetzes oder anderen Versorgungsnetzes, die während eines Tages nicht unterschritten wird.

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H

Haus-Anschlussstation (HA-Station)

Der technische Übergabepunkt von einer Fernwärmetrasse in ein Hausnetz. Die Haus-Anschlussstation ist die Übergabestelle und meistens auch die Netztrennung zwischen dem Fernwärmenetz und dem hausinternen Wärmeverteilnetz (hausintern auch Sekundärnetz genannt).

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Holzhackschnitzel

dienen vor allem als Rohstoff für die holzverarbeitende Industrie sowie als biogener und regenerativer Brennstoff. Hackschnitzelheizanlagen sind umweltneutral. Die Menge an CO2, die bei der Verbrennung freigesetzt wird, entspricht genau der Menge CO2, die beim Wachstum der Hölzer in diese eingebunden wurde

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Holzpellets

sind genormte, zylindrische Presslinge aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz (Sägemehl, Hobelspäne etc) mit einem Durchmesser von ca. 4 - 10 mm. Sie werden mit Zugabe von nichtchemischen Bindemitteln hergestellt und haben einen Heizwert von ca. 5 kWh/kg

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Heizwert (Hu)

Gibt den Energiegehalt von Brennstoffen an. Er bestimmt die freiwerdende Reaktionswärme bei vollständiger Verbrennung, wobei das bei der Verbrennung gebildete Wasser in gasförmigen Zustand ist. Der Heizwert wird zur Bestimmung des Energieverbrauchs in kWh genommen.

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I

Immission

siehe Emission.

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Inkasso

Inkasso heißt Einziehen, Einkassieren. Als Inkasso werden alle Tätigkeiten benannt, die sich auf die Geldabwicklung beziehen, wie:

  • Einzug von Forderungen durch bereits geleistete Tätigkeiten
  • Einzug von Forderungen durch gerichtliche Titel
  • Beratung des Gläubigers
  • Vermittlung zwischen dem Gläubiger und dem Schuldner

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Interessierter Kreis

Person oder Gruppe, die mit der energiebezogenen Leistung einer Organisation
befasst oder davon betroffen ist.
(DIN EN ISO 50001)

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Internes Audit

systematischer, unabhängiger und dokumentierter Prozess zur Erlangung von
Nachweisen und deren objektiver Auswertung um zu ermitteln, inwieweit Anforderungen erfüllt sind.
(DIN EN ISO 50001)

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Investition

Bezeichnet die finanziellen Aufwendungen des Contractors zur Planung und (baulichen) Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen, die Voraussetzung für sein Unternehmenskonzept (Anlagen-Contracting) bzw. für die garantierte Energiekostensenkung bilden (Einspar-Contracting).

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ISO

International Organisation for Standardization

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K

Kältemaschine

Eine Kältemaschine oder Kühlaggregat ist eine Maschine, die Kälte erzeugen kann. Mit anderen Worten kann sie auch einem kalten Körper noch Wärme entziehen. Da diese Wärmeenergie nicht einfach verschwinden kann, muss sie anderswo, und zwar meist auf einem höheren Temperaturniveau, als Abwärme abgegeben werden. Die Antriebsenergie der Kältemaschine wird zusätzlich als Wärme frei.

In der Praxis finden sich hauptsächlich zwei Arten von Kältemaschinentypen wieder. Die Kompressionkältemaschine die mit elektrischer Antriebsenergie betrieben und die Absorptionskältemaschine bei Wärme ( z.B. Abwärme) in Kälte durch einen physikalischen Prozess umgewandelt.  

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Kennzahlen

Kennzahlen dienen der Analyse und Steuerung von Unternehmen. Ziel ist es, auffällige Abweichungen zu Vergleichskennzahlen zu erkennen, worauf Fehlentwicklungen und Verbesserungsvorschläge deutlich werden. Im industriellen Energiemanagement werden sie in die Kategorien „Kennzahlen der Energieumwandlung“ und „Kennzahlen der Energieanwendung“ unterteilt. Bei der Energieumwandlung geben Kennzahlen das Verhältnis eingesetzter zu erhaltener Energie an, um eine gewünschte Energieform zu erhalten, z. B. Drucklufterzeugung mit Elektromotoren. Bei der Energieanwendung werden ganze Prozesse und Anlagen betrachtet. Ein Beispiel ist der Energieeinsatz pro produzierter Tonne. (Schiefendecker)

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Kontinuierliche Verbesserung

Wiederkehrender Prozess, der eine Verbesserung der energiebezogenen
Leistung sowie des Energiemanagementsystems zum Ergebnis hat.
ANMERKUNG 1: Der Prozess der Festlegung strategischer Ziele und der
Identifizierung von Möglichkeiten zur Verbesserung ist eine kontinuierlicher Prozess.
ANMERKUNG 2: Durch kontinuierliche Verbesserung wird eine Verbesserung
der gesamten energiebezogenen Leistung in Übereinstimmung mit der Energiepolitik der Organisation erreicht.
(DIN EN ISO 50001)

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Korrektur

Maßnahme zur Beseitigung einer erkannten Nichtkonformität.
(DIN EN ISO 50001)

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Korrekturmaßnahme

Maßnahme zur Beseitigung der Ursache einer erkannten Nichtkonformität (DIN EN ISO 50001)
ANMERKUNG 1: Für eine aufgetretene Nichtkonformität kann es mehr als
eine Ursache geben.
ANMERKUNG 2: Eine Korrekturmaßnahme wird ergriffen, um das erneute
Auftreten eines Fehlers zu verhindern, während eine Vorbeugungsmaßnahme ergriffen wird, um das Auftreten des Fehlers zu verhindern.
(DIN EN ISO 50001)

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Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK-G)

… regelt eine umlagenfinanzierte Förderung für die gemeinsame und besonders effiziente Erzeugung von Strom und Wärme. (BMWi)

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Kraft-Wärme-Kopplung

ist die gleichzeitige Gewinnung von mechanischer Energie, die in der Regel unmittelbar in elektrischen Strom umgewandelt wird, und nutzbarer Wärme für Heizzwecke oder für Prozesse in einem Heizkraftwerk oder Blockheizkraftwerk. Es ist somit die Auskopplung von Nutzwärme insbesondere bei der Stromerzeugung aus Brennstoffen.

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Klimaanlage

Eine Klimaanlage ist eine Anlage zur Erzeugung und Aufrechterhaltung eines gleichmäßigen Raumklimas. Der Begriff Klimaanlage wird in Deutschland in dem Sinne verwendet, dass in einem Raum Temperatur, Feuchtigkeit und Luftqualität erzeugt und gehalten werden kann.

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L

Last

… ist die in Anspruch genommene energetische Leistung. Die Last wird oft als Verhältniszahl auf die Nennleistung bezogen. Die Nennleistung ist die höchste aufgenommene oder abgegebene Dauerleistung eines Erzeugers oder Verbrauchers. (VDI 4661)

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Leistung

Die Leistung ist eine physikalische Größe, die für Energie pro Zeit steht. Bei der Leistung ist zu unterscheiden, ob mit dem Begriff die tatsächliche Leistung (z.B. aktuelle Leistungsaufnahme eines Gerätes) gemeint ist oder die installierte oder maximal mögliche Leistung (Kennzeichen eines Gerätes oder einer Installation).

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Leistungszahl

Die Leistungszahl ε, bekannt auch unter den englischen Bezeichnungen Energy Efficiency Ratio (kurz EER) für Kälteanlagen bzw. Coefficient of Performance (kurz COP) für Wärmepumpen ist das Verhältnis von erzeugter Kälte- bzw. Wärmeleistung zur eingesetzten Leistung.
Um einen energiegünstigen Betrieb zu erreichen, muss die Leistungszahl möglichst groß sein.

Bei der Auslegung ist auf möglichst hohe Verdampfungstemperaturen und niedrige Kondensations-temperaturen zu achten. Dies wirkt sich positiv auf den Wirkungsgrad aus. Je tiefer die Verdampfung und je höher die Kondensation, desto höher der elektrische Energieverbrauch bei gleicher Kälteleitung. Verdampfung wirkt sich gravierender aus als Kondensation.

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Lieferbeginn

Lieferbeginn bezeichnet den Zeitpunkt zur Aufnahme der Nutzenergielieferung.

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Lüftungsanlage

Raumlufttechnische Anlagen mit Lüftungsfunktion werden auch Lüftungstechnische Anlagen genannt. Darunter werden Anlagen verstanden, die eine Belüftung mit Außenluft herbeiführen.

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M

Managementsystem

Ein Managementsystem ist definiert als „System zur Festlegung der Politik und der Ziele sowie zur Erreichung dieser Ziele.“ (DIN 9000)

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Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik

MSR bezeichnet den Bereich der Technik, der sich mit der automatisierten Messung, Steuerung und Regelung dynamischer Systeme befasst.

N

Nachhaltigkeit

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die es ermöglicht, die Bedürfnisse der heutigen Generationen zu befriedigen, ohne dabei zu riskieren, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ (Zitat Weltkommission) Nachhaltigkeit betrachtet also nicht nur die ökonomischen und ökologischen Aspekte, sondern verbindet diese mit sozialen Aspekten. (M. Pehnt: Energieffizienz)

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Nachtabsenkung

Nachts sollten zur Energieeinsparung Raumtemperaturen um mindestens 5 °C niedriger sein als am Tag. Zeitschaltuhren bewirken eine automatische Nachtabsenkung der Heizungstemperaturen.

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Nahwärme

Nutzenergielieferung in Form von Wärme aus verbrauchernahen Wärmeerzeugungsanlagen durch einen Wärmelieferanten (Contractor).

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Nichtkonformität

Nichterfüllung einer Anforderung.
(DIN EN ISO 50001)

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Nutzenergie

Die Nutzenergie steht dem Endnutzer für seine Bedürfnisse zur Verfügung. Sie entsteht durch Umwandlung der Energieenergie (beispielsweise Gas). Mögliche Formen der Nutzenergie sind Wärme zur Raumheizung oder Produktion, Kälte zur Raumkühlung oder Licht zur Arbeitsplatzbeleuchtung.

Die Nutzenergie ist kleiner als die Endenergie, da bei der Energieumwandlung Verluste auftreten. Beispielsweise erzeugt eine Glühlampe nicht nur Licht, sondern strahlt den größten Teil der eingesetzten Energie in Form von Wärme ab.

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O

Organisation

Gesellschaft, Körperschaft, Betrieb, Unternehmen, Behörde oder Institution oder Teil oder Kombination davon, eingetragen oder nicht, öffentlich oder privat, mit eigenen Funktionen und eigener Verwaltung, welche die Befugnis zur Lenkung und Überwachung ihres Energieeinsatzes und Energieverbrauchs hat.

ANMERKUNG: Eine Organisation kann sowohl eine Person als auch eine Gruppe von Personen sein.
(DIN EN ISO 50001)

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Outsourcing

Outsourcing bedeutet die Auslagerung von Firmenaktivitäten, die nicht gewinnbringend und nicht im Kerngeschäft der Firma liegen, an Spezialisten. Es unterscheidet sich vom Contracting insofern, als es ein Werkzeug des strategischen Management ist, das die Neuorganisation der Kernprozesse einschließt.

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P

Photovoltaik

Direkte Umwandlung von Licht in elektrischen Strom aufgrund des photovoltaischen Effekts. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Energie des Lichtes in andere Energieformen umzuwandeln. Mit Hilfe von Sonnenkollektoren wird z. B. die Lichtenergie in Wärme umgewandelt. Durch Verwendung von geeigneten Kollektoren kann man sogar Dampf erzeugen und damit eine Turbine mit Generator antreiben, um so das Sonnenlicht in elektrische Energie umzuwandeln.
Man kann Licht aber auch direkt, d. h. ohne den Umweg über Wärme, in elektrische Energie umwandeln. Speziell kombinierte Materialien erzeugen bei Belichtung einen nutzbaren Strom. Diese Tatsache bezeichnet man als photovoltaischen Effekt. [Zur Herkunft des Worts: (1) Griechisch: phos, genitiv photos „Licht“. (2) Nach Alessandro Volta, dem aus Italien stammenden Entdecker der elektrochemischen Stromquellen.]

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Planungsrisiken

(s. auch Betriebsrisiken und Fertigstellungsrisiken)

  • Über- oder unterdimensionierung
  • Fehlkalkulation der Investitionskosten
  • Überhöhte Prognose des Energieeinsparpotenzials
  • Verzögerung der Inbetriebnahme durch falsche Zeitplanung

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Plausibilität

Glaubwürdigkeit, Begreiflichkeit, Verständlichkeit – im Zusammenhang mit Contracting-Konzepten: Machbarkeit.

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Primärenergie

Rohöl, Steinkohle, regenerative Quellen

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Projektsteuerung

Die Projektsteuerung beinhaltet das Organisieren, Planen, Überwachen, Verwalten, Steuern, Berichten und Dokumentieren der zielgerichteten Projektabwicklung.

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S

Scheinbestandteil eines Gebäudes

Nach § 95 BGB gehören Sachen, die nur zu einem vorübergehenden Zweck mit dem Grund und Boden bzw. dem Gebäude verbunden sind, und die Gegenstand besonderer Rechte eines Dritten sind, nicht zu den Bestandteilen eines Grundstücks.
Beim Contracting wird auf diese Weise häufig das Eigentum an der durch das Contracting-Unternehmen errichteten Anlage zu Gunsten des Investors gesichert.

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Sekundärenergie

Benzin, Diesel, Heizöl, Strom.

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Stadtwerke

Hier handelt es sich meist um kommunale Unternehmen, die sich lt. Urteil des OLG Schleswig vom 11.7.2000 allerdings keinen Wettbewerbsvorteil verschaffen dürfen. In dem Prozess hatte sich das Gericht mit einem Wettbewerbsverstoß einer Kommune zu befassen und kam zu dem Ergebnis, dass eine Gemeinde nicht den Verkauf von Baugrundstücken davon abhängig machen dürfe, dass der private Erwerber sich zur Abnahme der Wärme von einem bestimmten Unternehmen verpflichte, dessen Mehrheit der Gemeinde gehörte. (O.Riecke: Contracting für Wärme und die Auswirkungen auf das Mietrecht)

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Sekundärenergie

Wird durch Energieumwandlung oder Raffination erzeugt, um die Energie leichter zu transportieren oder zu nutzen. (Benzin, Strom usw.)

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Spitzenlast

bezeichnet kurzzeitig auftretende hohe Leistungsnachfrage im Stromnetz oder in anderen Versorgungsnetzen. (Erdgas, Fernwärme, Nahwärme)

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Strommix

Unter Strommix wird die prozentuale Aufteilung der Energieträger, mit denen der Strom erzeugt und an die Kunden geliefert wird, verstanden.

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T

Technisches Anlagenmanagement

Auch als Betreibermodell bezeichnet. Hier sind die Versorgungsanlagen im Eigentum des Grundstückseigentümers und werden lediglich vom Contractor während der Zeit des Wärmelieferungsvertrages betrieben. Oft übernimmt der Contractor nicht nur teilweise, sondern vollständig den Wartungs- und Instandhaltungsaufwand. (O.Riecke: Contracting für Wärme und die Auswirkungen auf das Mietrecht)

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Top-Management

ist die oberste Leitung bzw. Person oder Personengruppe, die eine Organisation auf der obersten Ebene leitet und lenkt.
ANMERKUNG: Das Top-Management leitet die Organisation, wie sie im Anwendungs-
bereich und in den Grenzen des Energiemanagementsystems definiert ist.
(DIN EN ISO 50001)

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V

Verfahren

Festgelegte Art und Weise, eine Tätigkeit oder einen Prozess auszuführen.

ANMERKUNG 1: Verfahren können dokumentiert sein oder nicht.

ANMERKUNG 2: Wenn ein Verfahren dokumentiert ist, werden häufig Benennungen wie „schriftlich niedergelegtes Verfahren“ oder „dokumentiertes Verfahren“ verwendet.
(DIN EN ISO 50001)

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Vertragsbeginn

Zeitpunkt, zu dem der Vertrag zwischen dem Auftraggeber und dem Contractor unterzeichnet wurde und meint somit den Beginn der Vorbereitungsphase.

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Vertragslaufzeit

Umfasst die Vorbereitungsphase und die Hauptleistungsphase.

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Vollcontracting

Auch als Full-Contracting bezeichnet, ist die Vertragsform zur Übertragung der Wärmelieferungen nach dem Eigentümermodell, im Gegensatz zum Betreibermodell oder Betriebsführungs-Contracting.

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Vorbeugungsmaßnahme

Maßnahme zur Beseitigung der Ursache einer möglichen Nichtkonformität.

ANMERKUNG 1: Für eine mögliche Nichtkonformität kann es mehr als eine Ursache geben.

ANMERKUNG 2: Eine Vorbeugungsmaßnahme wird ergriffen, um das Auftreten eines Fehlers zu verhindern, während eine Korrekturmaßnahme ergriffen wird, um das erneute Auftreten des Fehlers zu verhindern.
(DIN EN ISO 50001)

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W

Wärmepreis

Der in der Regel projektbezogen kalkulierte Wärmepreis dient zur Berechnung des Entgeltes des Contracting-Kunden an den Wärmelieferer (Contracting-Unternehmen). Der Wärmepreis splittet sich auf in einen verbrauchsunabhängigen Grundpreis, der die fixen Kostenbestandteile, u. a. Kapitalkosten, enthält sowie in einen verbrauchsabhängigen Arbeitspreis, der die variablen Kostenbestandteile, u. a. die Brennstoffkosten enthält.

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Wärmepumpe

Generell kann eine Wärmepumpe als ein Aggregat bezeichnet werden, das Wärme auf einem niedrigen Temperaturniveau aufnimmt und unter Hinzunahme von Antriebsenergie (mechanische Energie oder höhere Temperaturen) Wärme auf einem höheren, nutzbaren Temperaturniveau abgibt. Wärme wird aus der Erde bei Temperaturen von etwa -5 °C bis +10 °C gewonnen und mit ca. 35 – 55 °C an die Heizung abgegeben.
Eine Analogie zur Wärmepumpe findet sich in jedem Haushalt: Ein Kühlschrank fördert Wärme von niedrigem Niveau (Innenraum) auf ein höheres Niveau, auf dem sie an die Umgebungsluft abgegeben werden kann (Verflüssiger, meist auf der Kühlschrankrückseite; dieser wird im Betrieb warm). Ziel ist hierbei natürlich nicht die Heizung der Luft an der Kühlschrankrückseite, sondern die Kühlung des Innenraumes. Auch Wärmepumpen können so gebaut werden, dass sie für beide Zwecke eingesetzt werden können, nämlich die Heizung im Winter und die Raumkühlung im Sommer.

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Wärmerückgewinnung

(WRG) ist ein Sammelbegriff für Verfahren zur Wiedernutzbarkeit thermischer Energie.

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Wärmeträger

Wärmeträger dienen der Übertragung von Wärme. Die gebräuchlichsten Wärmeträger sind Wasser, Dampf und Luft. Die Wärme kann auf mehrere Arten übertragen werden:

  • Durch Wärmeleitung: z. B. gibt das warme Wasser in den Heizkörpern die Wärme durch Wärmeleitung an die Heizkörper ab.
  • Durch Strahlung: z. B. beim Auftreffen der Sonnenstrahlen auf der Haut werden die Strahlen teilweise absorbiert und in Wärme umgewandelt.
  • Durch Konvektion (Wärmeströmung): z. B. die aufgrund von Temperaturunterschieden im Raum am Heizkörper vorbeistreichende Luft nimmt Wärme auf und verteilt sie im Raum.

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Wärmetauscher

Mit dem Wärmetauscher kann Wärmeenergie von einem Medium an ein anderes übertragen werden. Die Medien können dabei flüssig oder gasförmig sein.

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Wärmezähler

Wärmezähler dienen zur präzisen Messung der verbrauchten Wärmeenergie in Gebäuden oder einzelnen Wohnungen. Wärmezähler sind Messgeräte, die der Eichpflicht unterliegen. Die Eichdauer beträgt 5 Jahre.

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Wesentlicher Energieeinsatz

Energieeinsatz, der wesentlichen Anteil am Energieverbrauch hat und/oder erhebliche Potenziale für eine Verbesserung der energiebezogenen Leistung bietet.

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Wirkungsgrad

Verhältnis der erzeugten nutzbaren Energie zur eingesetzten Energie. Der energetische Wirkungsgrad einer Maschine ist eine quantitative Angabe ihrer Energieeffizienz.

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